Evangelisch-Lutherische Gemeinde Verona-Gardone

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Einige Unterschiede zur Katholischen Kirche


Am Anfang des Glaubens und des Lebens als Christ steht für lutherische Christen – wie für die Christen aller anderen Konfessionen – die Taufe. In der Taufe nimmt uns Gott an, heiligt er uns und bestätigt  uns als seine Kinder.

Für lutherische Christen heißt das: Alles Getauften sind vor Gott in gleicher Weise seine geliebten Kinder. Daraus einige Konsequenzen:

  1. Da es keine „Kinder Gottes“ geben kann, die „geheiligter“ sind als die anderen, gibt es keine „Weihe“ der Priester. Theoretisch sind alle Getauften in gleicher Weise „Priester“ – auch wenn praktisch bestimmte Glieder der Kirche in das Amt der Kirche „ordiniert“ werden.

  2. Es gibt keine Gebete zu den Heiligen, denn als „Kinder Gottes“ können alle Christen in gleicher Weise direkt mit dem himmlischen Vater sprechen, sind also nicht auf die Fürbitte der Heiligen angewiesen. Einziger Mittler zwischen Gott und Menschen ist Jesus Christus.

  3. Alle getauften Christen können und sollen die Heilige Schrift, das Wort Gottes geoffenbart durch die Apostel und Evangelisten lesen. Deshalb hat Luther während seiner (Schutz)Haft auf der Wartburg das Neue Testament aus dem Griechischen in die Sprache des Volkes, ins Deutsche übersetzt und in den folgenden Jahren gemeinsam mit seinen Kollegen der Universität Wittenberg auch das Alte Testament.

  4. „Sakramente“ (auf deutsch: Mittel, die heiligen) können für Christen nur die beiden Zeichenhandlungen sein, von denen Christus selbst gesagt hat: „Tut dies!“ Deshalb gelten nur die Taufe (Matthäus-Evangelium, Kapitel 28, Verse 16 bis 20) und das Abendmahl (die Evangelien des Matthäus, Markus und Lukas sowie Paulus im 1. Brief an die Korinther) als Sakramente. Die anderen, in der katholischen Kirche als Sakramente geltenden Handlungen gibt es auch in der lutherischen Kirche (Konfirmation – Firmung; Sterbesakrament – seelsorgerliche Begleitung Sterbender; Beichte und Absolution; Ordination – Priesterweihe; Trauung), sie gelten aber nicht als Sakramente und sind in ihrer Ausgestaltung in der Regel wesentlich einfacher.

  5. Nach lutherischem Verständnis ist es nicht möglich, dass ein Mensch, auch nicht ein geweihter Priester, beim Abendmahl das Wunder vollbringt, dass in Brot und Wein Christus wirklich gegenwärtig ist. Dies Wunder wirkt Gott allein durch den Glauben, den er dem Menschen durch den Heiligen Geist schenkt. Deshalb geschieht diese Vergegenwärtigung Christi nicht durch das Rezitieren der Einsetzungsworte, sondern durch den Vollzug der Kommunion im Glauben. Da Gott selbst im Abendmahl handelt und da Christus selbst Herr dieses Mahles ist, können lutherischen Christen auch keinen Menschen vom Mahl ausschließen – hat Jesus selbst doch auch Judas an seinem Mahl teilhaben lassen.

  6. Da alle getauften Christen in gleicher Weise vor Gott gleich sind, sind sie auch in der Organisation der Kirche gleichberechtigt. Deshalb gibt es in allen entscheidenden Gremien der Kirche eine Mehrheit der Laien.

  7. Da alle Christen vor Gott gleich sind, kann es nicht einen „unfehlbaren“ Papst geben. Die „Wahrheit“ des Glaubens kann nicht an eine Person und eine bestimmte Gruppe von Menschen (z.B. ein Konzil) gebunden sein, sondern der Wahrheit begegnen wir in der Begegnung mit Christus, der „die Wahrheit“ ist – und der kann uns in jedem anderen Menschen begegnen.


       


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